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Krankheiten im Alter

Demenz Formen – Was ist Demenz? Demenzformen einfach erklärt

Demenz Formen – Was ist Demenz?  Demenzformen einfach erklärt

Demenz Formen

Was ist Demenz?

Jüngste Studien der WHO ergaben, dass im Jahr 2019 etwa 55 Millionen Menschen weltweit an Demenz erkrankt waren. Bis 2030 soll es etwa 40 % mehr Erkrankte geben. Der Krankheitsverlauf ist fortschreitend und baut sich Stück für Stück auf, bis ein Leben ohne Demenz Betreuung nicht mehr möglich ist. Als Demenzerkrankung wird der Verlust von kognitiver (geistiger), sozialer und emotionaler Leistung bezeichnet, welche durch eine Störung im Gedächtnis ausgelöst wird. Dabei kann das Gehirn die Informationen nicht mehr wie bei den gesunden Menschen verarbeiten.
Insgesamt gibt es etwa 50 unterschiedliche Formen der Demenz, wobei es zwei Möglichkeiten gibt, die gemeinsam einen Großteil der Demenzerkrankungen ausmachen. So macht die Alzheimer-Demenz etwa 60 bis 65 Prozent der Demenzerkrankungen sowie die vaskuläre Demenzvariante etwa 20 bis 30 Prozent der Demenzerkrankungen aus. Diese gehören beide zu den primären Demenzformen, bei welcher die Krankheit im Gehirn direkt auftritt und nicht wie bei der sekundären Form durch andere Erkrankungen ausgelöst werden kann.
Zu den primären Demenzarten gehören die frontotemporale Demenz (Morbus Pick) und die Lewy-Körper-Demenz. Oftmals vermischen sich die Grenzen zwischen den einzelnen Demenzformen, sodass nicht immer genau festgestellt werden kann, an welcher Art ein Patient leidet.
Es gibt zugleich drei Ursachen für die Entstehung der Demenzform. Generell gilt für alle Demenzarten, dass es zum Absterben der Zellen im Gehirn kommt.

Zugleich degenerieren die Nervenzellen des Gehirns, das heißt sie sterben, ohne, dass erkennbare Ursache vorhanden sind. Es ist ebenfalls bekannt, dass sich im Verlauf der Erkrankung ein Baustein im Gehirn ändert. Jene Veränderungen beeinträchtigen die Reizübertragung zwischen den Zellen im Gehirn, die für Orientierung, Gedächtnisleistungen und die Lernprozesse verantwortlich sind.
Aufgrund von Durchblutungsstörungen im Organismus kann es zu einer mangelnden Blutversorgung im Gehirn kommen. Hierdurch entstehen Schäden im Gehirn, welche dann zum Sterben der Gehirnzellen führen. Solche Veränderungen verhindern die Reizübertragung zwischen den Zellen, welche für die Orientierung, Gedächtnisleistung und Lernprozesse verantwortlich sind.

Das Absterben von Gehirnzellen kann zugleich die Folge einer weiteren organischen Erkrankung wie einer Hirnverletzung, einer Infektionskrankheit, eines Hirntumors oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Gifte und Stoffe wie Alkohol oder Drogen können zugleich zu einer Demenz führen. Daher tritt diese als sekundäre Folgeerkrankung auf.

Die 10 wichtigsten Demenz Symptome

Sicherlich gibt es mehr als nur zehn Symptome, die bei einer Erkrankung auftreten können. Viele davon könnten unwissentlich als unbedeutend abgetan werden, weil sie bei fast allen Menschen vorkommen können, ohne einen ernsten Hintergrund zu haben. Das macht es auch so schwierig eine beginnende Demenz zu erkennen. Daher sind folgende Anzeichen ein guter Hinweis auf eine mögliche Erkrankung:

– Gesteigerte und ungewöhnliche Vergesslichkeit
– Stimmungsschwankungen, einhergehend mit Aggressivität
– Sprachstörungen
– Depressionen
– Teilnahmslosigkeit oder Freudlosigkeit
– Verlust der Orientierung
– Verlust der Fähigkeit, den Alltag allein zu meistern
– Halluzinationen oder Wahnvorstellungen
– Verlust der Urteilsfähigkeit
– Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Demenz Symptomen

Frontotemporale Demenz (Morbus Pick)

Die Form Morbus Pick wird zugleich als Stirnhirn-Demenz bezeichnet. Diese entsteht durch Veränderung des Gewebes im Stirnhirn. Bedingt durch diese Veränderung kommt es beim Patienten zu Verhaltens- und Persönlichkeitsauffälligkeiten, wie Verlust von sozialem Handeln oder „Witzelsucht“.

Die Frontotemporale Demenz ist eine recht seltene Art der Demenz, welche durch einen Nervenzelluntergang im Bereich der Stirn- bzw. Frontallappen sowie den Schläfen- bzw. Temporallappen des Gehirns hervorgerufen wird. Dabei stehen im Vordergrund der Symptomatik Veränderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit.
Die Frontotemporale Demenz beginnt generell zeitiger als die Alzheimer-Krankheit, im Schnitt zwischen dem 50. Sowie dem 60. Lebensjahr. Die jüngsten Patienten erkranken in ihrem dritten Lebensjahrzehnt, andere jedoch auch im fortgeschrittenen Alter.

Bei nahezu allen Erkrankten fallen zu Anfang Veränderungen des zwischenmenschlichen Verhaltens und der Persönlichkeit auf. Hierzu zählen vor allem Teilnahmslosigkeit und Taktlosigkeit, Enthemmung und Reizbarkeit. Bei einigen Patienten zeigen sich zugleich charakteristische Sprachstörungen im Sinne von Benenn- und Wortfindungsstörungen. Erst im Verlauf der Frontotemporalen Demenz kommt es zu einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses, welche lange Zeit nicht so sehr ausgeprägt ist wie bei der Alzheimer-Erkrankung.
Die Diagnostik einer Frontotemporalen Demenz kann besonders schwierig sein, da zu Anfang der Erkrankung Änderungen der Persönlichkeit sowie des Verhaltens vordergründig sind. Dabei kommt es oftmals zu Verwechslungen mit emotionalen Störungen wie Burn-out-Syndrom, Depression, Schizophrenie oder Wahnsinn.
Die Patienten zeigen in aller Regel keine Krankheitseinsicht oder Motivation zur Behandlung.
Da die Vorgänge, welche zum Untergang der Nervenzellen führen, zum großen Teil nicht bekannt und zugleich nicht beeinflussbar sind, bestehen bisher keine gezielten Therapiemöglichkeiten. Eine medikamentöse Therapie zielt in erster Linie darauf ab, die Verhaltensauffälligkeiten der Betroffenen zu mildern. Hier haben sich serotonerge Antidepressiva am besten bewährt. Diese wirken bei vielen Erkrankten antriebssteigernd und können zu einer optimalen Ausgeglichenheit der Patienten beitragen. Mit nicht-
medikamentösen Therapieansätzen wie kreativen Behandlungen und körperlicher Aktivierung kann eine Minderung der Verhaltensauffälligkeiten probiert werden.

Die vaskuläre Demenz

Bei der gefäßbedingten bzw. der vaskulären Demenz wird das Gehirn durch Störungen der Durchblutung aufgrund von Hirninfarkten bzw. Schlaganfall langfristig geschädigt. Beim Patienten zeigen sich bei dieser Demenzart oft plötzliche Verhaltensänderungen oder andere Auffälligkeiten neurologischer Art wie Gangstörung oder eine halbseitige Lähmung. Anders als bei den weiteren Demenzarten kommt es bei der Form der vaskulären Demenz zu einem stufenweisen Krankheitsverlauf. Die Teile des Gehirns sterben dabei durch eine Durchblutungsstörung wie ein verstopftes Blutgefäß ab, was sich durch Symptome bei dem Patienten bemerkbar macht. Bis dieser Vorfall auftritt, bleiben die Symptome jedoch meistens konstant oder können sich oftmals leicht verbessern. Erst mit einem folgenden Gefäßverschluss und als Folge der absterbenden Areale des Gehirns zeigt sich eine Verschlimmerung des Gesundheitszustands des Betroffenen.
Zu den bekannten Symptomen der vaskulären Demenz gehören vor allem ungewöhnliche Stimmungsschwankungen mit teils sehr aggressivem Verhalten, Sprach- und Konzentrationsproblemen, einer Verlangsamung des Denkvorgangs und fehlender Antrieb sowie depressive Schübe.

Lewy-Körperchen-Demenz

Durch Veränderung verschiedener Hirnzellen entsteht die Lewy-Körperchen-Demenz. Die veränderten Zellen im Hirn werden als Lewy-Körperchen bezeichnet. Die Lewy-Körperchen-Demenzart ist der Alzheimer-Erkrankung sehr ähnlich, deshalb sind diese schwer zu differenzieren. Es ist nicht leicht zu klären, in welcher Art und Weise es Mischformen der beiden Demenzformen gibt. Charakteristisch für eine Lewy-Körperchen-Demenz sind Schwankungen der intellektuellen Leistungsfähigkeit sowie der Aufmerksamkeit, leichte Parkinsonsymptome Steifigkeit der Bewegungen und unbeabsichtigtes Zittern der Hände sowie optische Halluzinationen, die meistens detailreich sind.
Zudem kommt es oftmals zu Stürzen oder zur Bewusstlosigkeiten.
Die Lewy-Körper-Demenz wird zugleich Lewy-Body-Demenz genannt (body= Körper). Diese ist nach dem Entdecker, dem Neurokogen Friedrich H. Lewy, benannt. Dieser beschrieb im Jahre 1912 zum ersten Mal die Eiweissablagerungen bei gestorbenen Parkinsonpatienten.
Dieser Arzt entdeckte in den Nervenzellen der Großhirnrinde verschiedene Einschlüsse („Lewy-Körper“). Bei dieser Art der Demenzerkrankung, die etwa 10 Prozent aller Demenzen ausmacht, sind außer den ausschreitenden Gedächtnisstörungen zugleich ausgeprägte Schwankungen der schöpferischen Fähigkeiten und Parkinsonsymptome sowie optische Halluzinationen typisch.
Der Verlauf einer Lewy-Körper-Demenz ist vor allem durch die fortschreitende Gedächtnisstörungen und die starken Schwankungen der geistigen Fähigkeiten geprägt. Ebenso beeinträchtigt sind die Wachheit im Tagesverlauf. Typischerweise treten schon zu Anfang der Krankheit optische Halluzinationen auf und so werden Tiere oder Menschen oder gesehen. Hinzu kommen Störungen im Traumschlaf und aufgrund der fehlenden motorischen Hemmungen leben die Patienten im Schlaf die Träume buchstäblich aus. So ist der Schlaf unruhig und es kommt zu starken Bewegungen.
Weitere bekannte Symptome sind hypotone Kreislaufstörungen mit einem niedrigen Blutdruck, Parkinsonsymptome und vorübergehende Bewusstseinsstörungen. Zu den Parkinsonsymptomen gehören neben dem Zittern der Hände in Ruhe zugleich die erhöhte Muskelsteifigkeit und die Verlangsamung aller Bewegungen, der Gebärde und ein Gangbild mit kleinen Schritten. Wegen der Gangveränderungen und der Kreislaufstörungen kann es häufiger zu Stürzen kommen.
Im weiteren Verlauf nehmen die Bewusstseins- und Gedächtnisstörungen zu. Schon im frühen Stadium kann zugleich eine Harninkontinenz auftreten.
Generell ist die Diagnostik bei der Lewy-Körper-Demenz besonders komplex, wobei bildgebende Untersuchungsverfahren (MRT oder CT) keine charakteristischen Feststellungen zeigen. So stützt sich die Diagnose daher auf die Beobachtung der charakteristischen klinischen Symptome.

Die Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit fängt schleichend an und wirkt sich bei jedem Patienten anders aus, weswegen sie bei der beginnenden Demenz nicht immer leicht zu erkennen ist. Diese macht sich im frühen Stadium oftmals durch den Abbau des Kurzzeitgedächtnisses bemerkbar. Zugleich treten ungewohnte Stimmungsschwankungen als Symptom auf. Wortfindungs- und Konzentrationsprobleme, eine Abnahme der Reaktionsfähigkeit und Sprachschwierigkeiten sind bekannte Symptome, welche den Betroffenen zu Anfang der Alzheimer-Demenz meistens selbst auffallen. Dies kann zu ausgeprägter Angst, depressiver Stimmung oder Wut der Betroffenen führen.
Wenn die Demenz-Symptome stärker werden und die Gedächtnisleistung immer mehr eingeschränkt ist, verlieren die diese Patienten mehr und mehr Selbstständigkeit. Diese können keiner Erwerbstätigkeit nachgehen und benötigen für die meisten der täglichen Tätigkeiten wie Haushalt, Einkaufen, Pflege oder die Nahrungsaufnahme eine passende Unterstützung von anderen Menschen.
Im späteren Stadium der Alzheimer-Erkrankung werden auch die Familienmitglieder nicht erkannt und die Betroffenen sind vollständig auf Betreuung und die Pflege angewiesen. Sie können nicht sprechen und weitere körperliche Symptome, wie der Verlust der Darm- und der Blasenkontrolle, Schluckprobleme oder motorische Beschränkungen treten auf.
Durch die fortschreitende Zerstörung des Hirns kommt es im Endstadium zu einer Einschränkung aller lebensnotwendigen Körperfunktionen, die Muskeln werden starr, die Reflexe lassen nach, das Immunsystems und der Körper schalten gänzlich zurück. Oftmals versterben Alzheimer-Patienten am Ende an einer eigentlich nicht lebensgefährlichen Infektion.

Korsakow-Syndrom

Die häufigste Ursache beim Korsakow-Syndrom ist ein unverhältnismäßiger Alkoholkonsum. Es wird allerdings zugleich als Defektzustand nach Infektionen oder Traumen (Kopfverletzungen) bei den Patienten beobachtet. Das Korsakow-Syndrom ist ein bekannter Ausdruck einer schweren, chronischen Schädigung des Hirns, welchem vor allem solche Regionen betrifft, welche für die Regulierung der Emotionen und für die Gedächtnisbildung zuständig sind. So sind viele Betroffene zugleich in der Emotionalität verändert. Diese können unangebracht heiter oder distanzlos wirken. Bei vielen Patienten bestehen ausgeprägte Beeinträchtigungen der Sozial- und Alltagskompetenz, sodass eine selbstständige Führung des Lebens nicht möglich ist. Generell tritt das Korsakow-Syndrom vor allem als auffällige Merkfähigkeitsstörung bei den Patienten in Erscheinung. Diese haben die Fähigkeit verloren, Informationen im Gedächtnis zu speichern und entwickeln zugleich die Tendenz, die Orientierungsstörungen und Gedächtnislücken mit vereinzelt frei erfundenen Geschichten zu erzählen. Vielen Patienten ist dies nicht bewusst, sodass es sich bei den Ausfüllungen von Gedächtnislücken nicht um bewusstes Vortäuschen oder Lügen handelt.
Beim Korsakow-Syndrom handelt es sich um eine besondere Form der Amnesie, welchen durch einen Mangel an Vitamin B1 bzw. Thiamin ausgelöst wird und meisten im Zusammenhang mit einer Alkoholabhängigkeit auftritt.
Das Korsakow-Syndrom (amnestisches Syndrom) tritt vor allem als charakteristische Merkfähigkeitsstörung bei den Betroffenen in Erscheinung. Die Patienten haben die Fähigkeit verloren, sich die Informationen zu merken (anterograde Amnesie) und entwickeln dabei die Tendenz, die entstehenden Orientierungsstörungen und Gedächtnislücken mit den frei erfundenen Geschichten zu füllen. Den meisten Patienten ist dies nicht bewusst. Vielmehr ist das Korsakow-Syndrom ein Ausdruck einer schwerwiegenden und chronischen Schädigung des Hirns, die vor allem Regionen betrifft, welche für die Regulierung der Emotionen und die Gedächtnisbildung zuständig sind.
Entsprechend sind die meisten Patienten ebenfalls in der eigenen Emotionalität verändert. Sie können unangemessen aufgeheitert wirken.
Wenn das Korsakow-Syndrom zusammen mit der Wernicke-Enzephalopathie auftritt, dann wird die Krankheit als Wernicke-Korsakow-Syndrom bezeichnet.
Die Erstbeschreibung der Erkrankung erfolgte im Jahre 1887 durch den russischen Arzt für Neurologie und Psychiatrie Sergej Korsakow im Zusammenhang mit einer von ihm durchgeführten Untersuchung zum anamnestischen polyneuritischen Syndrom bei Alkoholkranken. Bei diesen Patienten ist das Korsakow-Syndrom zuerst entdeckt worden.
Generell stellt der chronische Alkoholismus eine der wichtigsten Risiken für das Vorhandensein des Korsakow-Syndroms dar. Es bestehen jedooch noch weitere Läsionen oder Erkrankungen des Gehirns, in dessen Rahmen es zu den typischen Symptomen kommt.
Vor allem Hirnblutungen (zum Beispiel durch einen Schlaganfall oder ein Aneurysma) im Stromabereich der Arteria communicans anterior, oder verschiedenen Arten des Schädel-Hirn-Traumas können einen derartigen Symptomkomplex verursachen.
Durch Vergiftungen oder durch Sauerstoffmangel können ebenfalls Schädigungen im Hirn auftreten, die jene Amnesie auslösen, genauso wie durch verschiedene Infektionen wie Enzephalitis, Borreliose, Typhus oder Meningitis.
So führen auch Läsionen des Limbischen Systems zu den bekannten Krankheitszeichen aus dem Korsakow-Symptomenkreis. Hierbei ist der Hippocampus betroffen, welche eine wichtige Rolle beim Abrufen von Gedächtnisinhalten spielt. Daher ist das Korsakow-Syndrom zugleich ein Leitbild der limbischen Enzephalitis.

Sekundären Demenzformen

Die Demenz tritt generell als Folge einer weiteren Grunderkrankung auf, wie zum Beispiel Vergiftungen durch Medikamentenmissbrauch, Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangel oder Depressionen. Hirntumore können ebenfalls für die demenziellen Symptome verantwortlich sein. Diese Erkrankungen sind wenigstens zum Teil therapierbar und oftmals ist eine Rückbildung der Demenzsymptomatik denkbar.
Mit den sekundären Demenzarten sind solche gemeint, bei welchen die Demenz einer Folge der weiteren Grunderkrankung ist, wie zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen, Medikamentenmissbrauch, Vergiftungserscheinungen durch auch Depressionen oder Vitaminmangelzustände. Hirntumore oder der Normaldruckhydrozephalus (Abflussstörung der Flüssigkeit im Hirnrückenmark) können ebenfalls für demenzielle Krankheitszeichen verantwortlich sein.
Sekundäre Demenzen machen etwa 10 Prozent aller Krankheitsfälle aus. Zu diesen sekundären Demenzarten gehören die Demenz bei Morbus Parkinson und das Korsakow-Syndrom.
Als sekundäre Arten werden Demenzerkrankungen genannt, bei welchen der geistige Verfall einen von organischen Erkrankungen ist.
Dies bedeutet, dass dabei ist das Gehirn das direkt betroffene Organ ist, sondern eine andere organische Erkrankung vorliegt, zum Beispiel eine Medikamentenvergiftung, Depression, Missbrauch von Drogen oder Alkohol, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Die Therapie dieser Erkrankung führt in aller Regel zu einem Rückgang der Demenzsymptome. Damit ist diese Demenz Form heilbar. Wenn die empfindlichen Nervenzellen der Ersterkrankung jedoch zu lange ausgesetzt waren, dann können trotzdem irreversible Schäden entstehen.

Vaskuläre Demenz Form (VAD)

Bei der vaskulären Demenz kommt es durch Durchblutungsstörungen des Hirns zu einem Absterben der Nervenzellen. Dabei ist es vom Ausmaß der Durchblutungsstörung abhängig, wie stark ausgeprägt diese Demenzart ist. Der Grund für die mangelhafte Blutversorgung des Gehirns sind Verkalkungen der Gefäße, Herz- oder Hirninfarkt. Der Anfang der vaskulären Demenz ist meistens eher schleichend. Jedoch sind die Symptome anders. Dabei stehen im Vordergrund nicht die Gedächtnisstörungen, sondern Denkschwierigkeiten Verlangsamung und eine Stimmungslabilität. Bedingt durch eine rechtzeitige Therapie der Risikofaktoren ist eine generelle Vorbeugung der vaskulären Demenz sehr gut möglich.

In Deutschland leben etwa 250.000 Menschen, welche an der vaskulären Demenz erkrankt sind. Dies sind 0,3 Prozent der Bevölkerung. Dabei ist mit einem Anteil von etwa 15 Prozent an den Demenzerkrankungen die vaskuläre Demenz nach der Alzheimerkrankheit die zweithäufigste Demenz Form. Diese tritt in aller Regel im höheren Alter auf. Zugleich nimmt das Erkrankungsrisiko im Alter stetig zu.
Die vaskuläre Demenz kann ebenfalls eine Folge von einem oder verschiedenen kleinen, Schlaganfällen sein. Diese kann auch ohne einen solchen Schlaganfall auftreten. In diesen Fällen entsteht diese wegen der vorhandenen Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Ursachen für diese Durchblutungsstörungen können beispielsweise Ablagerungen an den Blutgefäßwänden oder Blutgerinnsel sein. Wenn die Blutgefäße verstopfen oder wenig Blut hindurchlassen, gelangt nicht mehr ausreichend Blut in die betroffenen Bereiche des Gehirns. So werden in der Folge die Hirnzellen geschädigt oder sterben gänzlich ab. Hirnblutungen, verursacht durch das Reißen von Blutgefäßen, können zu Schäden an den Gehirnzellen führen.

Demenz typen wie die vaskuläre Demenz entstehen durch die gestörte Blutversorgung des Gewebes im Hirn. Je nach Mechanismus der Durchblutungsstörungen unterscheiden Experten verschiedene Arten der vaskulären Demenz. Hiernach gibt es beispielsweise die Multiinfarktdemenz, welche durch verschiedene ischämische Schlaganfälle (kleine Hirninfarkte) entsteht. Weitere Demenz arten sind die Subkortikale vaskuläre Demenz sowie die Gemischte (subkortikale und kortikale) vaskuläre Demenz.
Generell macht die vaskuläre Demenz etwa 10 bis 15 Prozent der Demenzkrankheiten aus. Weitere 20 Prozent entfallen auf Mischarten der Alzheimer- und der vaskulären Demenz.
Patienten mit einer vaskulären Demenz fällt es schwer, sukzessiv zu sprechen, aufmerksam anderen Menschen zuzuhören und sich in der Umgebung zu orientieren. Diese wirken daher oftmals verwirrt. Es treten ebenfalls Konzentrations- und Antriebsstörungen und Stimmungsschwankungen auf. Diese können sich zum Beispiel dadurch äußern, dass die Betroffenen schnell zwischen Weinen und Lachen und ohne eine Emotion wechseln.

Eine vaskuläre Demenz tritt ebenfalls mit fokal-neurologischen Ausfällen zusammen auf, was durch Hirninfarkte bedingt ist. So können beispielsweise eine Halbseitenlähmung, gesteigerte Muskeleigenreflexe oder Gangstörungen auftreten. Störungen der Blasenentleerung in Form von imperativem (zwingendem) Harndrang und Inkontinenz sind dabei möglich.
Das Sozialverhalten und die Persönlichkeit werden durch eine vaskuläre Demenz Form nicht beeinträchtigt. Die Gedächtnisleistungen sind von der Krankheit oft lediglich gering betroffen – anders als bei Alzheimer als eine der häufigsten Arten von Demenz.
Bei Patienten mit vaskulärer Demenz stehen zu Anfang der Krankheit nicht unbedingt Störungen des Gedächtnisses im Vordergrund. Dagegen kann es zu Schwierigkeiten mit der Konzentration und der Aufmerksamkeit sowie zu einer Verlangsamung im Denkvorgang kommen. Dies führt dazu, dass die Patienten komplexe Aufgaben nicht verstehen und diese lösen können.
Betroffene mit vaskulärer Demenz Form können ebenfalls Sprachprobleme haben. Hierbei kann es sich zum Beispiel um einen beschränkten Wortschatz oder Störungen der Wortfindung handeln.
Begleitet wird die Krankheit zugleich von Veränderungen im Verhalten wie Teilnahmslosigkeit, Stimmungsschwankungen und Antriebsstörungen. Diese psychischen Verhaltenssymptome und Symptome können im Verlauf der Krankheit sehr stark zunehmen.
Es kann ebenfalls zu Unsicherheit bei den Bewegungen, Gangstörungen und hierdurch zu Stürzen kommen.
Ebenso besteht ein gesteigerter Drang zur Entleerung der Harnblase oder der gänzliche Kontrollverlust über die Funktion der Blase können ebenfalls auftreten.
Welche Symptome dabei überhaupt auftreten, hängt besonders von Ort und der Art der Schädigung im Hirn ab. Diese Symptome können bei der vaskulären Demenz auf einmal oder schrittweise auftreten.
Die vaskuläre Demenz Form ist in aller Regel eine fortschreitende Krankheit. Dies bedeutet, dass allmählich immer mehr Gehirnzellen zerstört werden und mehr Gewebe des Hirns abstirbt. Hierdurch nehmen die Beeinträchtigungen weiter zu. Zugleich nehmen die geistigen Fähigkeiten bei manchen Patienten auch stufenweise ab. Zugleich können sich die Symptome gleichmäßig verschlechtern. Ebenso schwanken die geistigen Fähigkeiten besonders stark. In manchen Fällen kann es zu einer wenigstens zeitweisen Verbesserung der Symptomatik kommen.
Generellen Aussagen über den Verlauf einer vaskulären Demenzart lassen sich nur schwer treffen. Wichtig dafür sind unter anderem Ort und die Art der Schädigung im Hirn. Zudem kommt es darauf an, wie gut andere Schäden am Gewebe vermieden werden.Bei den vaskulären Demenzen kommt es in der Folge von Durchblutungsstörungen des Hirns zum Absterben der Nervenzellen. Vom Maß der Durchblutungsstörung ist es wiederum abhängig, wie stark ausgeprägt die Demenzart ist.

Die häufigste Möglichkeit der vaskulären Demenz wird durch eine Verdickung der Wände in kleinen Blutgefäßen verursacht, die die tiefen Strukturen des Hirns mit Blut versorgen. Hierbei ist Bluthochdruck der bedeutendste Risikofaktor. Die Erkrankung der Gefäße bewirkt kleine Infarkte sowie eine Beeinträchtigung der Nervenfasern (Marklagerschäden).
Der Anfang einer vaskulären Demenzform ist meistens schleichend, die Fortschreitung allmählich und daher schwer von der Alzheimer-Erkrankung zu unterscheiden. Jedoch sind die Krankheitszeichen anders.
Eine seltenere Form der vaskulären Demenzart ist die Multi-Infarkt-Demenz, bei welcher das Hirn durch mehrere kleine Schlaganfälle beschädigt wird. Diese Multi-Infarkt-Demenz beginnt oftmals plötzlich und schreitet dann immer weiter stufenweise fort. Die Symptome sind jenen der Alzheimer-Krankheit besonders ähnlich, es können dabei körperliche Störungen wie Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle hinzukommen.
Risikofaktoren dazu sind unter anderem Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, ein zu hoher Cholesterinspiegel, Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel.

Chronische Traumatische Enzephalopathi

Bei der Chronische Traumatische Enzephalopathie (CTE) handelt es sich u eine seltene fortschreitende degenerative Erkrankung des Hirns. Betroffen sind Patienten – oftmals Sportler –, die leichtgradigen und sich wiederholten Schädeltraumen ausgesetzt werden (vor allem bei Stößen oder Schlägen gegen den Kopf), auch wenn die Auswirkungen unterhalb einer Schwelle zur Gehirnerschütterung bleiben. Diese wiederholten Traumen führen zu einer ansteigenden Zerstörung der Nervenzellen sowie zu einer abnormalen Anhäufung des Tau-Proteins, wie diese auch bei der Alzheimer-Erkrankung und weiteren neurodegenerativen Krankheiten zu finden ist.

Normalerweise tritt eine CTE bei Sportlern auf, welche in der Karriere viele Stöße oder Schläge gegen den Kopf erleiden müssen oder oft mit dem Kopf auf den Boden stürzen – auch wenn die Traumen nicht zu den Symptomen von Gehirnerschütterungen führen. In den vergangenen Jahren wurde die Krankheit vor allem bekannt, da sie vor allem bei American-Football-Spielern auftrat. Im Jahre 2019 hat der Deutsche Fußballbund zum ersten Mal die Profi-Fußballspieler zu Untersuchungen betreffend der Hirnschäden und CTE aufgefordert.

Die Demenzbetreuung sinnvoll und rechtzeitig planen

Im Verlauf der Krankheit ändern sich die Demenz Symptome ständig. Aus einer leichten Verwirrtheit entstehen irgendwann gefährliche Situationen für den Erkrankten. Durch seine eingeschränkten Fähigkeiten und die verminderte Entscheidungskraft ist Unterstützung von Anfang an nötig. Je früher das Gespräch über die Krankheit mit den Verwandten, aber auch Ärzten und Pflegekräften geführt wird, umso besser kann die Lebensqualität erhalten werden.

Zweifellos werden die Diskussionen über die Situation sehr emotional sein, dennoch sind sie wichtig, um den Willen betroffener Personen bestmöglichst beachten und umsetzen zu können. Die Zukunft ist für alle Beteiligten nach der Demenzdiagnose schwer, nicht nur der Erkrankte selbst ist bei allen Gesprächen zu berücksichtigen, sondern auch die Wünsche und Bedürfnisse der Pflegenden. Hier dürfen die Themen Hilfe und Betreuung nicht ins Hintertreffen geraten. Gleich nach der Feststellung der Krankheit können sich Angehörige bei der jeweiligen Krankenkasse über deren Angebote erkundigen. Auch Pflegedienste stehen mit ihrem Rat unterstützend an der Seite der Erkrankten und deren Familien.

Es ist wichtig sich gleich nach dem Erkennen und der Diagnose der Demenz Symptome zu informieren, damit seitens der Krankenkasse der Fall rechtzeitig geprüft werden kann. Nur so wird sichergestellt, dass die finanzielle Unterstützung rechtzeitig eintrifft, um eine gute Demenzbetreuung von Anfang an sicherzustellen.

Links

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
"Weg vom Geist" oder "ohne Geist" – so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs "Demenz" aus dem Lateinischen. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben, nämlich die Verschlechterung bis hin zum Verlust dergeistigen Fähigkeiten.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
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