Pflegegrad 5

Pflegegrad 5: Der höchste Pflegegrad im Überblick

Bei Pflegegrad 5 handelt es sich um den höchsten Pflegegrad. Demzufolge vergeben bei Pflegegrad 5 die Pflegekassen auch die umfangreichsten Leistungen. Versicherte, die nachweisbar unter schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit leiden und dadurch einen immens hohen Pflegebedarf haben, werden daher in Pflegestufe 5 eingestuft.

Definition von Pflegegrad 5

Bei Pflegegrad 5 bescheinigen die Pflegekassen, dass bei dem Versicherten eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorliegt, was mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung einhergeht. Aus diesem Grund genehmigen die Kassen bei Pflegegrad 5 auch hohe Förderungen aus der Pflegekasse.

Wie bei allen anderen Pflegegraden auch, müssen bei einem eventuellen Pflegegrad 5 die Betroffenen beziehungsweise die Angehörigen einen Antrag auf Pflegegeld bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Im Anschluss erhalten Sie dann einen Termin für einen Hausbesuch. Bei diesem Hausbesuch kommt ein unabhängiger Gutachter, der den pflegebedürftigen Menschen auf die noch vorhandene Selbstständigkeit untersucht. Die Basis für die Einstufung bildet ein spezielles Punktesystem. Hier bedeutet das umso mehr Punkte ein Antragsteller hat, umso höher fällt auch der Pflegegrad aus. Für einen Pflegegrad 5 liegt die Anzahl der Punkte zwischen 90 und 100.

Pflegegrad 5 : Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit die Einstufung in Pflegegrad 5 überhaupt möglich ist, müssen schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit sowie besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung gegeben sein. Im Rahmen der Begutachtung müssen außerdem zwischen 90 und 100 Punkte ermittelt werden, damit die Einstufung in Pflegegrad 5 stattfinden kann und der Antragsteller entsprechende Leistungen der Pflegekasse beziehen kann.

Hürden für rein körperlich pflegebedürftige Menschen

Nach dem Inkrafttreten der Pflegereform im Jahr 2017 wurde es für Menschen, die „nur“ körperlich eingeschränkt sind, deutlich schwieriger, in Pflegegrad 5 eingestuft zu werden. Diese Tatsache stellt vor allem für körperlich schwerbehinderte Personen ein nicht unerhebliches Problem dar. Nachfolgend möchten wir Ihnen daher die Patientengruppen aufführen, die in der Regel ohne Probleme in den Pflegegrad 5 eingestuft werden.

  • Menschen mit Behinderungen, die sich beispielsweise nach der Amputation mehrerer Gliedmaßen oder anderer weit fortgeschrittener Behinderungen wie Tetraplegie oder Muskeldystrophie nicht mehr selbstständig versorgen können.
  • Intensivpflegebedürftige Menschen, die einen dauerhaften medizinischen und pflegerischen Unterstützungs- und Überwachungsbedarf haben. Dies ist zum Beispiel bei Multipler Sklerose, Krebserkrankungen oder bei regelmäßigem Beatmungsbedarf in der letzten Phase des Lebens der Fall.
  • Hochbetagte Patienten, die mehrfach erkrankt sind und daher einer hohen dauerhaften medizinisch und pflegerischen Unterstützung bedürfen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein pflegebedürftiger Mensch gleichzeitig von schweren Herz- sowie Kreislauferkrankungen betroffen ist.

Pflegegrad 5 Geld und Leistungen

Pflegebedürftige Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad 5 sind stark auf die Hilfe von anderen Personen angewiesen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Leistungen der Pflegekassen bei Pflegegrad 5 entsprechend umfangreich sind.

Werden pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 5 im eigenen Zuhause durch Freunde, Bekannte oder Angehörige betreut und gepflegt, dann besteht ein Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 905 Euro.

Werden pflegebedürftige Menschen im eigenen Zuhause durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt, dann erhalten sie bei Pflegegrad 5 Pflegesachleistungen für Betreuung, Pflege und Hilfe bei der Führung des Haushalts in monatlicher Höhe von 2 095 Euro.

Geldleistung und Sachleistung kombinieren

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 5 müssen sich aber nicht zwangsläufig für entweder oder entscheiden, sondern es besteht außerdem die Möglichkeit, beide Leistungen miteinander zu kombinieren. In diesem Fall wird das Pflegegeld nicht komplett, sondern nur noch anteilig ausgezahlt. Bei dieser Art der Kombinationsleistung gilt der Grundsatz, dass sich der Anspruch auf Pflegegeld um den Prozentsatz der ausgeschöpften Sachleistungen verringert. Pflegegeld und Pflegerad stehen also im direkten Zusammenhang.

Tages- und Nachtpflege

Pflegebedürftige mit dem höchsten Pflegegrad erhalten monatliche Zuschüsse für Tages- und Nachtpflege, – sofern diese Leistung in Anspruch genommen wird. Diese Zuschüsse werden zusätzlich zum Pflegegeld ausgezahlt.

Kurzzeitpflege

Wird zum Beispiel nach einem Aufenthalt im Krankenhaus Kurzzeitpflege benötigt, so steht dem Pflegebedürftigen hierfür 28 Tage im Jahr ein maximaler Zuschuss von 1 774 Euro zu.

Verhinderungspflege

Es kann immer mal vorkommen, dass pflegende Angehörige selbst krank werden oder Urlaub benötigen. In diesem Fall besteht bei Pflegegrad 5 die Möglichkeit, die Verhinderungspflege durch professionelles Pflegepersonal zu nutzen. Für die Verhinderungspflege gewähren die Pflegekassen einen Zuschuss in Höhe von bis zu 1 612 Euro für maximal vier Wochen pro Jahr.

Entlastungsbetrag

Pflegebedürftigen Personen mit Pflegegrad 5 steht pro Monat ein Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro zu. Mit diesem Geldbetrag können Versicherte beispielsweise die Leistungen für Tages- und Nachtpflege oder Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen oder aber Dienstleistungen eines mobilen Pflege- beziehungsweise Betreuungsdienstes beanspruchen. Andernfalls entscheiden Sie sich dafür, an einer Betreuungsgruppe für Menschen mit leichter Hilfsbedürftigkeit teilzunehmen. Die Teilnahme an solchen Gruppen soll dafür sorgen, dass die pflegebedürftigen Menschen geistig und körperlich aktiviert werden.

Weitere Leistungen der Pflegekasse bei häuslicher Pflege

Neben den eben genannten Leistungen haben pflegebedürftige Personen mit dem höchsten Pflegegrad außerdem Anspruch auf Zuschuss zur Wohnraumanpassung. Weiterhin besteht der Anspruch auf die Beantragung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch mit einem Betrag von bis zu 40 Euro pro Monat. Weiterhin bieten die Pflegekassen seit dem Jahr 2017 auch Pflegekurse für pflegende Angehörige an.

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