Pflegegrad

Pflegegrad: Wir klären Sie auf und helfen weiter!

Wenn Sie selbst oder ein naher Angehöriger plötzlich fremder Hilfe bedürfen, dann stellt das die ganze Familie vor neue Herausforderungen. Plötzlich müssen Sie sich mit ganz neuen Themen beschäftigen und in diesem Zusammenhang fällt auch irgendwann der Begriff „Pflegegrad“.  Doch was ist das eigentlich und gibt es hier eventuell Unterschiede?

In diesem Artikel möchten wir Ihnen erläutern, was es mit dem Pflegegrad auf sich hat, der übrigens vor einiger Zeit noch als Pflegestufe bezeichnet wurde. Außerdem erklären wir Ihnen, wie Sie einen entsprechenden Antrag stellen können.

Die Definition von Pflegebedürftigkeit

Im Sinne der Gesetzgebung kann eine Pflegebedürftigkeit in sämtlichen Abschnitten des Lebens auftreten. Im Gesetz sind somit Personen eingeschlossen, deren Selbstständigkeit beeinträchtigt ist und die daher auf die Hilfe von anderen angewiesen sind. Laut Gesetz muss die Pflegebedürftigkeit auf Dauer bestehen – das bedeutet voraussichtlich mindestens für sechs Monate und darüber hinaus im § 15 SGB XI festgelegten Schwere vorliegen.

Wie beantragen Sie einen Pflegegrad?

Damit Sie oder ein Angehöriger überhaupt Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen können, muss zunächst ein entsprechender Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse ist der Krankenkasse angegliedert. Ein solcher Antrag kann zunächst auch ganz formlos auch telefonisch erfolgen. Wenn Sie Angehörige, Nachbarn oder Freunde die Vollmacht übertragen, dann können diese die Antragstellung übernehmen.

Liegt der Pflegekasse der Antrag vor, dann beauftragt diese den medizinischen Dienst oder einen anderen unabhängigen Gutachter, der dann den Pflegegrad feststellt.

Sind Sie oder die betreffende pflegebedürftige Person privat versichert, dann muss der Antrag bei dem jeweiligen privaten Versicherer gestellt werden. Bei privat Versicherten erfolgt die Begutachtung durch die Gutachter von MEDICPROOF.

Pflegegrad beantragen: Bearbeitungs- und Begutachtungsfristen beachten

Die Bearbeitungsfrist für einen Antrag auf Pflegeleistungen ist gesetzlich vorgeschrieben und darf die Zeitrahmen von 25 Arbeitstagen nicht überschreiten. Befindet sich die betreffende Person jedoch im Krankenhaus oder einer stationären Reha-Einrichtung, dann ist eine Begutachtung innerhalb von einer Woche durchzuführen, sofern dies beispielsweise unabdingbar für die weitere Versorgung ist. Auch wenn die pflegebedürftige Person sich in einem Hospiz aufhält oder aber ambulant palliativ versorgt wird, ist eine Bearbeitungszeit von einer Woche einzuhalten.

Werden nun innerhalb der vorgegebenen 25 Arbeitstage oder bei Bedarf auch die verkürzten Begutachtungsfristen nicht eingehalten, dann ist die Pflegekasse in der Pflicht, für jede begonnene Woche nach Überschreitung der Frist 70 Euro an den Antragsteller zu zahlen. Dieser Umstand trifft jedoch dann nicht zu, wenn die Verzögerung sich nicht in der Verantwortlichkeit der Pflegekasse befindet.

Leistungsanspruch: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Damit Sie Leistungen eines Pflegegrades voll in Anspruch nehmen können, muss die betreffende Person in den letzten zehn Jahren, bevor der Antrag gestellt wurde, mindestens zwei Jahre als Mitglied in die Pflegekasse eingezahlt haben oder aber zumindest im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert gewesen sein.

Begutachtung

Damit ein entsprechender Pflegegrad festgestellt werden kann, wird von der Pflegekasse ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Begutachtung erfolgt immer nach einem zuvor vereinbarten Termin. Kein Gutachter erscheint vollkommen unangemeldet. Bei dem Termin mit dem Gutachter sollten im Idealfall auch die Angehörigen und / oder Betreuer dabei sein. Durch Gespräche mit diesen Personen bekommt der Gutachter noch einmal ein runderes Bild von dem Antragsteller und davon, welche Beeinträchtigungen vorliegen.

Damit der Gutachter die Pflegebedürftigkeit einschätzen und eine Einstufung in einen Pflegegrad vornehmen kann, werden im Rahmen des Gutachtens sechs Lebensbereich besonders intensiv betrachtet. Diese wären: Mobilität, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte sowie selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und deren Bewältigung. Dementsprechend werden im Pflegegrad auch die Pflegehilfsmittel kategorisiert.

Pflegegrad: Einstufung abhängig von der Beeinträchtigung

Es gibt nicht nur einen Pflegegrad, sondern fünf an der Zahl. Der Pflegegrad wird immer mithilfe eines speziellen Begutachtungsinstruments ermittelt. So verfügen Personen mit Pflegegrad 1 nur über geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Bei Pflegegrad 5 hingegen ist die Selbstständigkeit sehr schwer beeinträchtigt und an die Pflege der betreffenden Person werden besondere Anforderungen gestellt. Testen Sie in diesem Zuge gerne unseren Pflegegradrechner.

Bescheid über den Pflegegrad

Die Entscheidung der Pflegekasse bezüglich des Pflegegrades wird dem jeweiligen Antragsteller automatisch von der Pflegekasse übermittelt, sofern dieser Übersendung zuvor nicht ausdrücklich widersprochen wurde. Es ist nämlich außerdem möglich, die Übersendung des Gutachtens zu einem späteren Zeitpunkt zu verlangen. Zusätzlich zum Bescheid der Pflegegrad Einstufung erhält der Antragsteller außerdem noch Empfehlungen zur Prävention und Rehabilitation, welche im Rahmen des Gutachtens abgegeben wurde.

Deutsches Pflegehilfswerk: Wir unterstützen Sie bei der Beantragung eines Pflegegrades

Sie möchten für sich oder einen nahen Angehörigen einen Pflegegrad beantragen und wissen nicht genau, wie Sie vorgehen oder wie Sie sich auf den Termin mit dem Gutachter vorbereiten sollen? Dann sind wir der Partner an Ihrer Seite. Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung oder bei der Vorbereitung des Termins mit dem Gutachter. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Vielleicht haben Sie Ihren Bescheid über den Pflegegrad auch schon erhalten und verstehen nun nicht so ganz, in welchem Umfang Ihnen Leistungen zugestanden wurden und an wen Sie sich wenden können oder sollen. Auch in diesem Fall leisten wir gerne Unterstützung.

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