Die Private Pflege zu Hause, und besonders dann, wenn Eltern pflegen und arbeiten, stellt für viele Angehörige eine echte Herausforderung dar. Angehörige zu betreuen kann für viele eine Belastung sein, besonders wenn man nebenbei noch einem Beruf nachgehen muss, um die Familie zu ernähren. Diese Tatsache stellt seit jeher eine Herausforderung dar, welche aber mit einer neuen Vorgehensweise bewältigt werden soll. Seit dem 03. März 2022 ist das neue Landesprogramm zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wirksam. Im Zuge dieses Programms werden pflegende Personen, in erster Linie jedoch Eltern, die pflegen und arbeiten, mit wichtigen Informationen versorgt und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden beraten, wie sie pflegende Angehörige am besten unterstützen können. Im Zuge eines Koalitionsvertrags wurde die Vereinbarung getroffen, Konzepte zur Unterstützung von Familien bei der privaten Pflege zu Hause zu erarbeiten. Besonders der Arbeits- und Sozialminister Josef Laumann freut sich sehr, das Landesprogramm gemeinsam mit den Arbeitgebern und Gewerkschafen ins Leben rufen zu können.
Gerade heutzutage ist es von großer Bedeutung, dass sich Beruf und private Pflege zu Hause vereinen lassen. Die Menschen werden immer älter und dementsprechend sind auch immer mehr Leute auf Pflege, insbesondere häusliche Pflege, angewiesen. Doch nicht nur ältere Menschen benötigen Pflege, es kann auch vorkommen, dass eine Pflegesituation aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit sehr schnell und unerwartet eintretet. So kann es sein, dass Eltern pflegen und arbeiten müssen.
Auf der anderen Seite wächst auch die Anzahl der Berufstätigen stetig an, der Spagat zwischen Berufsausübung und Pflege von Angehörigen ist also eine echte Herausforderung. Gerade auch für Eltern, die pflegen und arbeiten ist das Landesprogramm Nordrhein-Westfalens überaus wichtig. Zum Glück hat die Landesregierung jedoch die Dringlichkeit dieses Themas erkannt und will Eltern, die pflegen und arbeiten, unterstützen.
Allein in Nordrein- Westfalen lebt etwa eine halbe Million pflegebedürftiger Menschen. Ein Großteil davon wird zuhause von den Angehörigen betreut. Ein Großteil dieser Angehörigen wiederum befindet sich noch nicht in Pension und ist berufstätig. Das bedeutet, dass Eltern, die pflegen und arbeiten die Herausforderung Pflege und Beruf zugleich meistern müssen. Laut Schätzungen pflegt etwa eine halbe Million Erwerbstätiger zugleich den Partner, Verwandte oder Freunde. Ein Teil davon sind Eltern, die pflegen und arbeiten. All diese Menschen müssen täglich die Pflege und ihren Job miteinander vereinbaren.
Aktuell versuchen Unternehmen das Leben von Eltern, die pflegen und arbeiten mit Arbeitszeitanpassungen oder individuellen Absprachen einfacher zu machen. Über ein dreiviertel der Arbeitgeber hält es für wichtig, oder sehr wichtig, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesbezüglich zu unterstützen. Bis jetzt haben aber konkrete Leitfäden und Informationen zur Umsetzung dieser Strategien gefehlt. Somit war es für Eltern, die pflegen und arbeiten schwierig, den berufstätigen Pflegenden gerecht zu werden.
Besonders Arbeitgeberinnen und Arbeiter haben die Möglichkeit das Berufsleben von pflegenden Angehörigen einfacher zu machen. Ihnen liegt eine große Verantwortung mit dem Umgang von pflegenden Angehörigen inne und gleichzeitig haben sie das Potential, deren Leben um ein Vielfaches zu erleichtern. Laut Dirk Ruiss, dem Leiter des Verbandes der Ersatzkassen seien pflegende Angehörige und Eltern, die pflegen und arbeiten das Rückgrat bei der Versorgung von Pflegebedürftigen. Aus diesem Grund unterstützen auch die Pflegekassen seitdem Jahre 2016 pflegende Angehörige sowie die Pflegeselbsthilfe. Für das Jahr 2022 stehen für diese Aktivitäten fast acht Millionen zur Verfügung. Das Landesprogramm ist eine sinnvolle Ergänzung zu diesen Maßnahmen.
Das Ziel dieses Programms ist es, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Eltern die arbeiten und pflegen zu stärken. Es sollte nämlich möglich sein, die Berufstätigkeit mit der Pflege von Angehörigen vereinen zu können. Die Initiative wird vom Sozialministerium, den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der privaten Krankenversicherung gefördert. Geplant ist diese Förderung für Eltern, die pflegen und arbeiten zunächst für drei Jahre, insgesamt fließen 2,4 Millionen in das Projekt.
Außerdem soll mit Hilfe des Programms ein Beitrag zur Sicherung von Fachkräften geleistet werden. Dies soll durch die Aufrechterhaltung der Erwerbstätigkeit von Bestandsmitarbeitenden geschehen.
Das Programm richtet sich also sowohl an alle Eltern, die pflegen und arbeiten, an Angehörige und natürlich auch an die Arbeitswelt als auch an die Pflegewelt und berücksichtigt dabei die jeweils herrschenden Strukturen. Die Adressaten hierbei sind Arbeitgebende und Arbeitnehmende.
Das Landesprogramm beinhaltet eine Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Nordrhein- Westfahlen, welche an Arbeitgebende gerichtet ist. Außerdem sollen innerbetriebliche Ansprechpartner qualifiziert werden. Dies geschieht mit Pflege- Guides und kostenlose Kurse für Unternehmen, Organisationen, Behörden und Betriebe, welche durch die AOKen Rheinland/HH und NordWest bereitgestellt werden.
Das Programm beinhaltet außerdem auf die Zielgruppe abgestimmte Informationsmaterialien wie zum Beispiel Faktenblätter oder Pflegekoffer, für Unternehmerinnen und Unternehmer. Diese sollen dabei helfen, Vereinbarkeitsstrukturen aufzubauen. Des Weiteren sind auch Informationen über das digitale Angebot des Programms Teil der Verbesserungsmaßnahmen.
Netzwerkveranstaltungen sollen außerdem für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber angeboten werden. Dort lernen die Teilnehmenden wichtige Dinge zur Beratung und Entlastung in der Pflege. Außerdem sollen in Zukunft Begleitveranstaltungen für Pflege- Guides stattfinden und die Forschung zu den spezifischen Themen vorangetrieben werden. Zudem steht die Teilhabe an den Forschungsergebnissen im Fokus.
Schon seit vielen Jahren leisten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Nordrein- Westfalen einen großen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Dank vielfältiger Angebote habe man bisher versucht, das Leben von pflegenden Angehörigen einfacher zu gestalten. Umso wichtiger ist es deswegen gewährleisten zu können, dass Arbeitgeber nach wie vor und trotz den demographischen Entwicklungen und dem Zunehmen von Fachkräfteengpässen, diese Leistungen anbieten können. Passgenaue Lösungen, welche auf das jeweilige Berufsbild abgestimmt sind, sollen dabei weiterhelfen.
Viele Interessenten fragen sich vielleicht, ob die Teilnahme an diesem Programm kostenlos ist. Dank der großzügigen Zuschüsse kann das Programm für seine Teilnehmenden kostenfrei angeboten werden. Allerdings müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ein wenig Zeit investieren. In der Regel sind aber nur zwei Tage notwendig, um den Qualifizierungskurs abzuschließen.
Die Vereinbarkeitspartner zeigen anhand der Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, dass sie an der Entwicklung eines pflegefreundlichen Unternehmens interessiert sind. Anhand der Charta kann das Engagement von Unternehmen sichtbar gemacht werden. Die Charta hat außerdem das Potential die angespannte Fachkräftesituation zu verbessern und kann auch als digitales Signet auf der Webseite geführt werden.
Doch welche Vorteile haben Charta- Unternehmen? Sie bekommen einen Zugang zum digitalen Portal des Landesprogramms, wo die neuesten Informationen zur Vereinbarkeit und Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch vorhanden sind. Außerdem beinhaltet das digitale Portal Informationen über Kursangebote und diverse Informationsmaterialen. Des Weiteren können auf diesem Weg Ansprechpartner und Möglichkeiten in der jeweiligen Region ausfindig gemacht werden. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit zum Austausch und der Zugang zu Beiträgen und Artikeln aus Wissenschaft und Forschung.
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