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Nach dem Krankenhaus: Betreuung zu Hause organisieren

LesezeitVon der Redaktion des Deutschen Pflegehilfswerks

Vor der Rückkehr aus dem Krankenhaus sollte die Familie klären, welche Versorgung wirklich nötig ist, wer sie übernimmt und was bis zur Entlassung organisiert sein muss. Das Krankenhaus muss dafür ein Entlassmanagement gewährleisten und den Übergang in die Anschlussversorgung rechtzeitig mitanstoßen; dafür können je nach Bedarf ärztliche, pflegerische oder rehabilitative Stellen hinzukommen. Eine Alltagshilfe kann im Alltag entlasten, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung und keine notwendige Pflege. Wenn unklar ist, ob Pflege oder medizinische Anschlussversorgung gebraucht wird, sollte die Familie das vorab mit Klinik und Fachstellen klären.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Welche Punkte müssen vor der Entlassung geklärt sein?

Das Entlassmanagement soll den Bedarf für die Anschlussversorgung möglichst früh erfassen und einen Entlassplan aufstellen. Dazu gehören laut Bundesgesundheitsministerium die Prüfung von Anschlussmedikation, Hilfsmitteln, häuslicher Versorgung, Rehabilitation, Pflegeleistungen und anderen verordnungs- oder veranlassungsfähigen Leistungen sowie die rechtzeitige Kontaktaufnahme mit den passenden Leistungserbringern.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Thema Zu klären Wer spricht es an? Warum wichtig?
Mobilität Wie kommt der Angehörige in Wohnung, Bett, Bad oder Treppenbereich zurecht? Klinik/Entlassmanagement, Angehörige Damit die Rückkehr nicht an Stufen, Transfers oder Wegen in der Wohnung scheitert.
Essen und Trinken Wer unterstützt beim Einkauf, Zubereiten und Reichen? Angehörige, Alltagshilfe, ggf. Pflegedienst Damit die Versorgung in den ersten Tagen praktisch abgesichert ist.
Körperpflege Welche Unterstützung ist zu Hause realistisch? Pflegedienst, Angehörige Damit klar ist, ob Alltagshilfe reicht oder pflegerische Leistungen nötig sind.
Medikamente Sind Verordnung, Mitgabe und Einnahme geklärt? Behandelnde Praxis, Klinik Weil die Anschlussmedikation Teil des Entlassmanagements ist.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement
Hilfsmittel Ist die Versorgung rechtzeitig organisiert? Klinik, Krankenkasse, Leistungserbringer Damit Hilfsmittel nicht erst nach der Entlassung fehlen.
Transport Wie erfolgt die Rückkehr nach Hause? Angehörige, Klinik, ggf. Transportdienst Damit die Entlassung organisatorisch nicht an der Heimfahrt scheitert.
Wohnsituation Gibt es Barrieren, die vorab gelöst werden müssen? Angehörige, Klinik, Alltagshilfe Damit Stolperstellen, enge Wege oder fehlende Unterstützung rechtzeitig auffallen.

Das Krankenhaus soll gemeinsam mit Kranken- und Pflegekasse rechtzeitig vor der Entlassung die Versorgung organisieren und die nötigen Leistungserbringer ansprechen. Dazu können unter anderem ambulante Pflegedienste, Vertragsärzte, Reha-Einrichtungen oder stationäre Pflegeeinrichtungen gehören.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Wer ist für welchen Teil der Versorgung zuständig?

Für die Anschlussversorgung gibt es keine Einzelperson, die alles übernimmt. Das Entlassmanagement im Krankenhaus koordiniert den Übergang; die behandelnde Praxis übernimmt die weitere medizinische Versorgung; ein ambulanter Pflegedienst kann pflegerische Leistungen übernehmen; Angehörige und private Alltagshilfe unterstützen bei Organisation, Begleitung und Entlastung im Alltag. Medizinische Aufgaben und alltagsbezogene Hilfe sollten dabei sauber getrennt werden.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Wichtig ist die Einwilligung der Patientin oder des Patienten für die erforderliche Datenübermittlung an weiter versorgende Stellen. Auch das Recht auf freie Arztwahl und die Wahlrechte in der Pflegeversicherung müssen gewahrt bleiben.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Welche Versorgungslücke verhindert eine sichere Rückkehr?

Eine Rückkehr nach Hause sollte erst dann als gut vorbereitet gelten, wenn Mobilität, Hilfsmittel, Nachtversorgung und die medizinisch nötige Anschlussversorgung geklärt sind. Ungeklärte Punkte sind eine echte Versorgungslücke, weil das Krankenhaus nach dem Entlassmanagement die Anschlussversorgung nicht nur benennen, sondern rechtzeitig mit anstoßen soll.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Wenn noch offen ist, ob eine pflegerische oder medizinische Leistung nötig ist, sollte die Familie die zuständigen Fachpersonen einbeziehen, statt auf eine reine Alltagshilfe zu setzen. Eine Betreuungskraft kann den Alltag erleichtern, ist aber keine automatische Lösung für Pflege- oder Behandlungsbedarf.

Was sollte die Familie für die ersten Tage dokumentieren?

Für die ersten Tage nach der Entlassung hilft eine einfache Dokumentation, damit keine Absprachen verloren gehen.

  • Wer ist im Krankenhaus die Ansprechperson für das Entlassmanagement?
  • Welche Unterlagen wurden mitgegeben oder angekündigt?
  • Welche Termine sind für Praxis, Pflegedienst oder Reha vereinbart?
  • Sind Hilfsmittel, Medikamente und Verordnungsschritte geklärt?
  • Wer übernimmt die Begleitung in den ersten 48 Stunden?
  • Welche Fragen sollen bei der Hausarzt- oder Facharztpraxis gestellt werden?

Praktisch ist eine kurze Liste mit Zuständigkeiten für die ersten Tage: Wer holt Unterlagen ab, wer organisiert Termine, wer prüft die Wohnung und wer bleibt für Rückfragen erreichbar? So lässt sich schneller erkennen, ob die Entlassung wirklich vorbereitet ist oder ob noch eine Versorgungslücke besteht.

Wann ist Alltagshilfe sinnvoll und wann muss eine andere Anschlussversorgung geprüft werden?

Alltagshilfe kann sinnvoll sein, wenn die Rückkehr nach Hause vor allem bei Organisation, Begleitung und praktischer Entlastung Unterstützung braucht. Muss aber pflegerische oder medizinische Versorgung abgesichert werden, reicht Alltagshilfe allein nicht aus. Dann sollte die Familie mit dem Entlassmanagement und den zuständigen Fachpersonen klären, ob ein Pflegedienst, eine andere Anschlussversorgung oder ergänzende Leistungen nötig sind.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Frage Eher Alltagshilfe Pflege oder medizinische Anschlussversorgung prüfen
Organisation im Alltag Ja Nur zusätzlich, wenn auch Pflegebedarf besteht
Begleitung, Einkäufe, Haushalt Ja Nicht ausreichend, wenn Körperpflege, Behandlung oder nächtliche Überwachung nötig sind
Körperpflege oder Transfers Nur eingeschränkt Ja, wenn Unterstützung dafür erforderlich ist
Medikamente, Verordnungen, Hilfsmittel Nein Ja, diese Punkte müssen vor der Entlassung geklärt seinBundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement
Unsicherheit über Pflegebedarf Nicht als alleinige Lösung Ja, Entscheidung mit Klinik und Fachpersonen klären

Wenn der Bedarf eher auf vorübergehende Überbrückung mit Pflegebedarf hinausläuft, kann auch Kurzzeitpflege ein passender Prüfpunkt sein.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

FAQ

Wer organisiert die Anschlussversorgung nach der Entlassung?

Das Krankenhaus muss ein Entlassmanagement gewährleisten und gemeinsam mit Kranken- und Pflegekasse die Versorgung rechtzeitig organisieren. Angehörige sollten die offenen Punkte aktiv mit dem Entlassmanagement durchgehen.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Kann eine Betreuungskraft die Pflege ersetzen?

Nein. Eine Betreuungskraft kann im Alltag entlasten, aber keine ärztliche Behandlung ersetzen und notwendige Pflegeleistungen nicht automatisch abdecken.

Was ist der erste sinnvolle Schritt nach dem Krankenhaus?

Die Familie sollte vor der Entlassung die konkrete Versorgung für die ersten Tage festlegen: Ansprechpartner, Hilfsmittel, Medikamente, Transport und Zuständigkeiten.

Wann sollte man nicht nur auf Alltagshilfe setzen?

Wenn unklar ist, ob pflegerische Leistungen, medizinische Anschlussversorgung oder Hilfsmittel nötig sind, sollte die Familie das vorab mit Klinik, behandelnder Praxis und den zuständigen Stellen klären.Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement

Wie kann die Familie jetzt Kontakt aufnehmen?

Wenn Sie die Rückkehr nach Hause praktisch organisieren möchten, können Sie über unsere Kontaktseite eine Anfrage stellen. So lässt sich im Einzelfall klären, ob eine Alltagshilfe zur Situation passt oder ob zuerst eine andere Anschlussversorgung geprüft werden sollte. Eine Verfügbarkeit oder ein bestimmter Vermittlungstermin ist damit nicht zugesagt.

Quellenblock: Bundesgesundheitsministerium: Entlassmanagement (Abruf: 2026-10-04T23:47:48.874Z; Quelle 2: Abruf: 2026-10-04T23:47:50.149Z).

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